Chronik

FWG Grävenwiesbach – Chronik

Die „Freie Wählergemeinschaft Grävenwiesbach” wurde 1960 in der damals noch selbstständigen Gemeinde Grävenwiesbach unter dem Motto „Gemeinwohl geht vor Eigenwohl” gegründet.

Ausgehend davon, dass eine Anzahl von Bürgern mit der Politik des damaligen Bürgermeisters Oswald Wick nicht einverstanden war, waren zur Kommunalwahl am 23. 10. 1960 erstmals 2 Wählergruppen angetreten.

Die Unparteiische Wählergruppe unter Führung des damaligen Bürgermeisters Oswald Wick erhielt 313 Stimmen, dies entsprach 4 Mandaten.

Die Freie Wählergruppe unter Führung des damaligen Maurers und Vorarbeiters Karl Gruber erhielt 432 Stimmen, dies entsprach 5 Mandate.

Gemäß Protokoll der Gemeindevertretersitzung vom 23. 11. 1960 wurde Karl Gruber mit 5 Stimmen zu 4 Stimmen zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister von Grävenwiesbach gewählt.

Nachdem Karl Gruber die Wahl angenommen hatte, wurde von Reg.-Amtmann Kösler vorgeschlagen, die Amtsgeschäfte am 01.11.1960 von Herrn Wick an Herrn Gruber zu übergeben. Dieser Vorschlag wurde mit 5 Stimmen angenommen.

Am 30. 11. 1960 erfolgte die Einführung, Verpflichtung und Überreichung der Ernennungsurkunde zum ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Grävenwiesbach ab 1. 12. 1960 von Karl Gruber.

Nach Gründung der Großgemeinde Grävenwiesbach, bestehend aus den Ortsteilen Grävenwiesbach, Heinzenberg, Hundstadt, Laubach, Mönstadt und Naunstadt im Jahre 1972, wurde Karl Gruber zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt.

Karl Gruber war bis zu seinem Ausscheiden aus gesundheitlichen Gründen am 31. 10. 1987 ununterbrochen als Bürgermeister tätig.

Nach der gescheiterten Bürgermeisterwahl am 17. 11. 1987, an der keiner der 3 Bewerber die Mehrheit erhielt, und die FWG einen Losentscheid zwischen dem Bewerber der SPD und der FWG ablehnte, wurde am 19. 2. 1988 Herr Hellwig Herber auf Vorschlag der FWG und der CDU zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Grävenwiesbach ab 1. 3. 1988 gewählt.

Nach der Gebietsreform und Gründung der Großgemeinde Grävenwiesbach haben sich die Wählergemeinschaften aus den 6 ehemals selbständigen Gemeinden Grävenwiesbach, Heinzenberg, Hundstadt Laubach, Mönstadt und Naunstadt zur FWG Grävenwiesbach zusammengeschlossen.

Bei den Kommunalwahlen wurde eine gemeinsame Liste aus Vertretern aller Ortsteile zusammengestellt.

Hierfür waren, bis in die 80er Jahre, die doppelte Anzahl an Unterstützungsunterschriften für die Gruppierungen erforderlich, die nicht im Landtag vertreten waren.

Dies bedeutete, für die FWG, dass sie diese Unterstützungsunterschriften zusätzlich bei den Kommunalwahlen vorlegen musste.

Bei der Vorbereitung der Kommunalwahl 1981 wurde von den Mitstreitern festgestellt, dass es zukünftig immer schwieriger werden würde, die erforderlichen Unterstützungsunterschriften zu bekommen, wenn sich die Freien Wähler nicht besser organisieren würden.

Im Laufe des Jahres 1980 wurde von einer Arbeitsgruppe unter Leitung des ehrenamtlichen Beigeordneten Karl Ott ein Satzungsentwurf für die FWG Grävenwiesbach erarbeitet.

In der ersten Mitgliederversammlung am 20. 11. 1980 wurde diese Satzung verabschiedet, und erstmals ein Vorstand der FWG gewählt.

Diese erste Wahl ergab folgende Besetzung:

VorsitzenderHeinz Radu
stellvertretender VorsitzenderRobert Saueressig
KassenverwalterinMarianne Seewald
SchriftführerKlaus Berghöfer

Beisitzer:

Ortsteil GrävenwiesbachErich Blum
Ortsteil HeinzenbergWilhelm Jack
Ortsteil HundstadtErich Pauly
Ortsteil LaubachErich Diebel
Ortsteil MönstadtKarl Moses
Ortsteil NaunstadtDieter Vach

Weiterhin wurden erstmals schriftliche Mitgliedschaften begründet, diese sollten insbesondere das zukünftige Weiterbestehen der FWG sicherstellen.

Um Heinz Radu von seiner Doppelbelastung als FWG – Vorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden zu entlasten, wurde am 6. 4. 1994 Gerhard Müller zum neuen Vorsitzenden der FWG gewählt.

Nachdem Gerhard Müller, nach der Kommunalwahl 2001, den Fraktionsvorsitz der FWG übernahm, wurde am 21. 9. 2001 Heinz Radu wieder zum Vorsitzenden der FWG gewählt.

Da Heinz Radu 2005 aus beruflichen Gründen nicht mehr als Vorsitzender kandidierte, wurde am 15. 6. 2005 Gerhard Müller wieder zum Vorsitzenden der FWG gewählt.

Nach 2 Jahren, am 23. 1. 2007, wurde Heinz Radu wieder zum Vorsitzenden der FWG Gewählt.

Seit Gründung der FWG 1960, hat die FWG in ihrem fast 50. jährigen Bestehen, bei den Kommunalwahlen jeweils nur 2 Spitzenkandidaten aufgestellt.

Karl Gruber, war Spitzenkandidat in den Jahren 1960 bis zur Kommunalwahl 1985.

Nachdem Karl Gruber, aus gesundheitlichen Gründen als Bürgermeister 1987 ausgeschieden war, ist seit der Kommunalwahl 1989, Heinz Radu Spitzenkandidat der FWG Grävenwiesbach.

Kommunalpolitische Zusammenarbeit seit 1960

Bis Anfang der 60er Jahre nahmen in Grävenwiesbach und den damals noch selbstständigen Gemeinden Heinzenberg, Hundstadt, Mönstadt und Naunstadt keine politischen Parteien an den Kommunalwahlen teil, sondern nur unterschiedliche Wählergruppen.

Nach der Gebietsreform und Gründung der Großgemeinde in 1972 erfolgte zur Erlangung einer Mehrheit in der Gemeindevertretung die Zusammenarbeit der „Freien Wählergemeinschaft Grävenwiesbach, kurz „FWG“ genannt mit der CDU.

Diese Zusammenarbeit endete mit der Kommunalwahl 1989.

Nach der Kommunalwahl am 12. 3. 1989 ergab sich auf Grund der geführten Verhandlungen mit der CDU und der SPD eine höhere Übereinstimmung mit der SPD.

Diese mehrheitliche Zusammenarbeit zwischen FWG und SPD wurde im Jahre 1995 mit Schreiben vom 16. 3. 1995 von Seiten der SPD aufgekündigt.

Danach erfolgt einen Zusammenarbeit ab März 1995zwischen SPD und CDU bis zur Kommunalwahl im Jahre 2001.

Die FWG war in der Zeit von März 1995 bis zur Kommunalwahl am 18. 3. 2001 in der Opposition.

Nach der Kommunalwahl 2001 erfolgte wieder einen Zusammenarbeit zwischen FWG und CDU.

Kommunalpolitik ab 2011 in Grävenwiesbach

Die Zusammenarbeit mit der CDU wurde auch 2006 nach der Kommunalwahl bis 2011 weitergeführt. Auch wurde Bürgermeister Herber in den Direktwahlen 1995, 1999 und 2005 jeweils für 6 Jahre wiedergewählt.

Zur Kommunalwahl 2011 traten neben CDU, SPD, Bündnis90/die Grünen, FDP und FWG erstmals die Unabhängigen Bürger, eine Wählervereinigung, die sich aus den Mitgliedern einer Bürgergemeinschaft wegen ungerechter Gebühren gegründet hatte, an.

Das Ergebnis der Kommunalwahl 2011 hatte zur Folge, dass die FWG nur noch 6 Mandate und die CDU 5 Mandate erhielten und dadurch die Mehrheit in der Gemeindevertretung verloren hatten.

Die SPD mit 5, Bündnis90/die Grünen mit 3, die FDP mit 1 und die UB mit 3 Mandaten schlossen sich nach der Kommunalwahl zu dem sogenannten Kleeblatt-Bündnis zusammen.

Mit dieser Mehrheit besetzten sie in der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung am 3. Mai 2011 alle zu vergebende Posten, ohne Berücksichtigung von Vertretern der CDU und der FWG.

Im Mai 2011 erklärte Bürgermeister Herber, dass er zu Bürgermeisterwahl am 4. 9. 2011 nicht mehr antreten würde, und er damit mit Ablauf seiner Wahlzeit am 29. 2. 2012 seine Tätigkeit nach 24 Jahre als Bürgermeister in Grävenwiesbach beenden würde.

Für uns Freie Wähler kam die Erklärung etwas überraschend, aber nach dem seit längerem währenden Gebührenstreit und der Mehrheit in der Gemeindevertretung gegen den Bürgermeister, kann man seine Entscheidung verstehen.

Für uns galt es nun, einen geeigneten Bewerber oder Bewerberin für die anstehende Bürgermeisterwahl zu finden.

Da dies innerhalb der kurzen Zeit nicht möglich war, startete die FWG einen öffentlichen Aufruf für die Bewerberwahl.

Es meldete sich der Ehemann unseres Mitgliedes Anja Letanoczki, Herr Jan Letanoczki, der durch Beschluss einer Mitgliederversammlung, als freier Bewerber durch die FWG unterstütz wurde.

Das Kleeblatt-Bündnis wollte zur Bürgermeisterwahl einen gemeinsamen Bewerber aufstellen, was aber, wie aus der Presse zu erfahren war, daran scheiterte, dass die SPD angeblich ohne Absprache mit den anderen Bündnisteilnehmern, eine eigene Bewerberin vorstellten.

Da neben einem Bewerber des restlichen Kleeblatt-Bündnisses auch die CDU einen Bewerber stellte, gab es 4 Bewerber/innen.

Da keiner der 4 Kandidaten eine Mehrheit bekam, fand am 25. 9.2011 die Stichwahl statt, bei der der Bewerber der CDU, Herr Roland Seel, zum Bürgermeister in Grävenwiesbach ab 1. 3. 2012 gewählt wurde.

Aufgrund der Streitigkeiten bei der Aufstellung der Kandidaten für die Bürgermeisterwahl zerbrach das Kleeblatt-Bündnis, und da es keine geregelten Mehrheiten mehr in der Gemeindevertretung gibt, erfolgen zurzeit die Beschlüsse mit wechselnden Mehrheiten.

Kommunalwahl am 06.03.2016 – Ergebnisse und Zusammenarbeit

Bei der Kommunalwahl 2016 wurde die FWG wieder stärkste Fraktion und erhielt 30,7% der Stimmen.

Dadurch stellt die FWG in der neuen Gemeindevertretung 7, die CDU 6, die SPD 3, Bündnis90/Die Grünen 3 und die UB 4 Gemeindevertreter.

Durch dieses Wahlergebnis und nach Gesprächen mit den anderen Fraktionen wurde eine Zusammenarbeit mit der CDU für die nächsten fünf Jahren vereinbart.

Dadurch stellt die FWG und die CDU von 23 Gemeindevertreter 13 und hat eine sichere Mehrheit, um wieder eine geordnete Arbeit zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger von Grävenwiesbach zu gewährleisten.